Sievers Audio Design

Kaum ein Thema wird so kontrovers diskutiert wie die Verkabelung von Hifi Geräten.
Da ich selber fertig konfektionierte Kabel anbiete, möchte ich an dieser Stelle einige physikalische Tatsachen erläutern.
In einigen punkten stelle ich meine persönliche Meinung dar, welche nicht zwingend auch Ihre sein muss.

Signalkabel und Ihre Eigenschaften

Das elektrische Musiksignal besteht aus einem Gemisch von Strömen (Elektronenbewegung) unterschiedlicher Frequenz (5 Hz-20 kHz) und Amplitude (1 nA - 1 mA bzw. bei Lautsprechern bis 10 A ), die gleichzeitig (in richtiger zeitlicher Beziehung = phase) das Kabel passieren müssen. Frequenzabhängigen parameter:

Immer wenn zwei Leiter parallel geführt werden entsteht eine parallel-Kapazität C (in pF/m).
Stromdurchflossene Leiter bauen ein Magnetfeld auf, und somit immer eine Längs-Induktivität L (in υH/m).
Diese beeinflussen die Gruppenlaufzeit des Signales im &Uumml;bertragungsbereich (ca. 5 Hz 100 kHz), d.h. Signalströme unterschiedlicher Frequenzen benötigen unterschiedliche Zeiten um das Kabel zu passieren. Daraus folgt, daß Impulse verzerrt werden können. Ein weiteres dazu beitragendes frequenzabhängiges phänomen ist der Skin-Effekt.
In einem Leiter werden Stromanteile mit hohen Frequenzen zur Oberfläche des Leiters gedrängt, dies führt ebenfalls zu Gruppenlaufzeitverzerrungen.
Dieser Effekt tritt messbar auf und ist im HF Bereich oberhalb von 10 MHz durchaus relevant.
Bei NF Anwendungen sollte darauf geachtet werden, das die Einzelleiter nicht dicker als 0,8mm sind.
Da bei LS Kabeln ein ausrechender Querschnitt von mindestens 1,5mm² gewählt werden sollte, ist eine feindrähtige Litze ist eindeutig im Vorteil.
Massivdraht ist hier nicht erste Wahl.

Frequenzunabhängige parameter:


Die (annähernd) frequenzunabhängige Kenngrößen eines Kabels sind der Längs-Widerstand R (in mOhm/m) und der parallel-Leitwert G (in υS/m).
Sie repräsentieren zusammen mit L und C die Verlustfaktoren (Dissipations-Factor) der Leitung (Ds=R/Omega*L und Dq=G/Omega*C), die möglichst gering sein sollten. Nicht zu vernachlässigen sind dabei die Verluste des Isolators (Dielektrikum) der nicht unendlich hoch, und genauer betrachtet auch nicht frequenzunabhängig ist !
Der Isolator befindet sich permanent im elektrischen Wechselfeld (zwischen den beiden Leitern, polen).
Die Moleküle des Isolators werden mit dem Feldwechsel (Umpolung) bewegt und damit selbst polarisiert (materialabhängige Dielektrizitätszahl). Diese materiellen Verschiebungen entziehen dem Musiksignal Energie (Dielektrischer-Verlustfaktor) und zwar frequenzabhängig, da dieser Vorgang nicht unendlich schnell ablaufen kann.
polyethylen (SpE), meist geschäumt, Teflon (pTFE) und Luft ist als Dielektrikum sehr gut geeignet, da der Verlustfaktor (tangens-delta) klein ist und kaum eine Kapazitätserhöhung erfolgt.
(Diese ist nur beim Bauelement Kondensator erwünscht).
Der häufig bei Kabeln verwendete Isolator pVC ist ebenfalls unbedenklich. Der Verlustfaktor ist akzeptabel, und er ist kostengünstig.
Geschäumtes polyuretan (pUR), welches oft in preiswerten Coaxkabeln verwendet wird, ist ein guter Kompromiss.
Exotische Isolationen werden aus Seide oder unbehandelter Baumwolle gefertigt.

Viele Hersteller sprechen auch gerne von Mikrofonie bei LS Kabeln.
Durch Anregung des Kabels mit Schall soll eine Modulation stattfinden (Mikrofonie).
D. h. die gegenüberliegenden Leiter können im Abstand zueinander im Takt der Musik geringfügig bewegt werden,
was zur Kapazitätsänderung führt und damit zur frequenz- und lautstärkeabhängigen Modulation des Signales.
Mir bleibt schleierhaft mit welchen Methoden und unter welchen Bedingungen der Schall des Lautsprechers oder auch Körperschall vibrierender Fußböden einen messbaren Einfluss auf den
Abstand der Leiter in einem Handelsüchen Kabel haben soll.
Der notwendige Luftdruck, welcher auch nur einseitig auf das Kabel wirken dürfte, würde unter normalen Umstä zum sofortigen Tod des anwesenden Hörers führen.
Falls hier: Desy geeignete Methoden entdeckt werden, um Mikrofonie bei LS Kabeln nachzuweisen, bin ich gerne bereit meine Meinung zu ändern.

Die technischen Daten:

Bei Interconect-Kabeln liegt die Kapazität bei ca. 50-100 pF/m (in Ausnahmen bis ca. 1000 pF), die Induktität in der Größenordung von 0,3-1 υH/m,
der Widerstand bei 20-100 mOhm/m der Leitwert bei ca. 0,01-1 υS/m (der Leitwert Siemens ist der Kehrwert des Widerstandes).
Der Wellenwiderstand kann aus L und C berechnet werden:
Z = Wurzel(L/C), z.B.: L=0.4υH, C=70pF -> Z=75Ohm.
Bei Lautsprecherkabeln sollte die Induktivität 0,1-0,5 υH/m und der Widerstand 50 mOhm/m nicht überschreiten.

Die Kapazität eines Kabels steigt mit der Größe der Fläche und mit der Reduzierung des Abstandes der beiden Leiter zueinander.
Bei der Induktivität ist es genau umgekehrt, je weiter entfernt der Hin- und Rückleiter auseinander liegt, umso größer ist die Induktivität.
Hier sind Lautsprecherkabel mit breitem Isolationssteg deutlich im Nachteil.
Der Längswiderstand ist vom spezifischen Widerstand des verwendeten Leiter-Materials abhängig und von dem Querschnitt (je größer desto geringer).
Der beste Leiter Silber, hat gegenüber Kupfer eine ca. 15% bessere Leitfähigkeit.
Der Ableitwert bzw. Isolationswert ist vom verwendeten Dielektrikum abhängig.
Der Isolator hat einen ohmschen Widerstand von einigen Mega- bis Giga-Ohm.

Näherungsformeln: a=Abstand (Mitte zu Mitte) in mm, d, D=kleiner, großer Durchmesser in mm
paralleldrahtleitung ohne Abschirmung:
C[pF/m] = 12 * etar / log(2a/d)
L[υH/m] = 0.92*log(2a/d)
Coaxleitung:
C[pF/m] = 24.1 * etar / log(D/d)
L[υH/m] = 0.46*log(D/d)
Leitungswiderstand:
R[mOhm*m/mm²] = Kupfer=17.8, Silber =16.5 z.B. 3 m mit 2.5 mm² Kufer = 21,4 mOhm (bei 20 Grad C)

Dielektrikum | Konstante ( etar ) | Verlustfaktor (tangens delta)
pVC 5-8 0.1-0.15
pUR 3-4 0.015-0.06
pE 2.3 0.0005
pTFE 2 0.0002-0.0005
Seide 1.4 0.0005
Luft 1 0.00001

Die Gesamteigenschaft des Kabels:



Diese wird durch den Aufbau: Anordnung der Leiter (koaxial, parallel, kreuzverschaltet, verdrillt, verflochten ..), Abstand der Leiter zueinander, mit oder ohne Abschirmung und der Materialien: Werkstoff (Kupfer, Silber, Goldlegierung), Art des Leiters Lizte oder Massiv, Reinheitsgrad bzw. kristalliner Aufbau (Normal, OFC, pCOCC, 6..8N Kupfer, 4N oder 5N Reinsilber), elektrischer Widerstand, Isoliermaterial (Dielektrikum: pVC, pE, pp, Teflon (pTFE), Silicon, Lacke, Gewebe), Mikrofonie-Empfindlichkeit der gesammten Anordnung und Skin-Effekt bei zu großem Kabeldurchmesser (Durchmesser kleiner 0.8mm, oder Flachleitung) bestimmt.
Das Ziel:

Ein möglichst ausgeglichenes Verhältnis der parameter zueinander minimiert die Wiedergabefehler.
Leider ist dies fast unmöglich, da sich die parameter gegenseitig beeinflussen und die Quelle sowie die Last auch noch berücksichtigt werden müssen.
Erfahrungen haben gezeigt daß NF-Kleinsignal-Kabeln wie Chinch und XLR eine möglichst niedrige Kapazität und Lautsprecherkabel (NF-Großsignalkabel) eine möglichst niedrige Induktivität bei gleichzeitig niedrigem ohmschen Widerstand aufweisen sollten. Eine Abschirmung bei NF-Leitungen ist bei Hochpegelverbindungen (z.B.:CD -> Verstärker) unbedingt empfehlenswert.
Für sehr kleine Signale, wie sie bei Vinyl Tonabnehmern die Regel sind also weniger als 0.5mV, und bei HF-Ü:bertragung ist sie aber zwingend nötig.
Bei Hochfrequenz-Signalen muß der Schirm sehr dicht und beidseitig angeschlossen sein.
Brummstörungen (magnetische Felder) könnten nur durch nichtmagnetische Abschirmung (nichtmagnetische Werkstoffe z.B. Messing) erreicht werden.
Besser ist eine vernünftige Entkopplung, d.h. entfernt von Trafos und Netzleitungen und möglichst kurz und keine Schleifen verlegen.

Beim koaxialen Kabel wird das Signal über den Innenleiter geführt.
Besser ist der Einsatz von parallelsymmetrischen Kabeln mit zusätzlicher Abschirmung.
Die Abschirmung wird dann an der Quellseite direkt mit Masse verbunden und an der Empängerseite über einen 10 Ohm Widerstand.
Möglichst nicht nur einseitig anschließen (Sackschirm), dies kann zu HF-Empfang führen.
Bei Lautsprecherkabeln beeinflußt ein niedriger ohmscher Widerstand (hohe Querschnitte des Kabels) zusätzlich den Dämpfungsfaktor (Kontrolle des Verstärkers über die Lautsprecher).
Niedrig = hohe Dämpfung = kontrollierte, trockene Basswidergabe.
Wobei nicht verschwiegen werden darf dass in passiven Lautsprechern immer eine Spule in Reihe zum Tieftöner liegt.
Der Drahtwiderstand dieser liegt nur in seltenen Fällen unter 0,1 Ohm, woduch der Däpfungsfaktor hier begrenzt ist.

Anlagenbedingte Klangunterschiede:


Einen starken Einfluß auf die Ü:bertragungsstrecke hat immer auch die Ausgangsimpedanz des Senders (Za) und die Eingangsimpedanz des Empfängers (Ze).
Der Ausgangswiderstand eines Gerätes (Ra) muß möglichst niedrig und der Eingangswiderstand bzw. Lastwiderstand (Re) im Faktor mindestens 100 größer sein (Spannungsanpassung, Dämpfungsfaktor hoch).
Beide sollten möglichst frequenzunabhängig sein. Eine frequenzunabhängigkeit bei Lautsprechern läßt sich leider nicht vermeiden, ein möglichst konstanter Impedanzverlauf ist aber immer von Vorteil.br> Hier kann man nur auf eine sauber konstruierte Frequenzweiche hoffen.
In diesem punkt ist allerdings auch großes Verbesserungspotential, jedenfalls bei Röhrenverstärkern.

Bei Vorverstärkern und Musikquellen liegt der praktikable Wert des Ausgangswiderstandes (Ra) bei 10-100 Ohm.
Bei Endstufen sollte er 0.1 Ohm nicht überschreiten (je niedriger desto besser !). Der Eingangswiderstand (Re) von Empfängern liegt sinnvollerweise zwischen 10-50 kOhm (je kleiner desto besser !). Die Induktivität und Kapazität des Ausgangs sollte möglichtst gering sein. Leider sind die Werte nicht, wie bei der HF-Technik üblich, in einer Norm festgelegt. Einige programmquellen haben einen Ausgangswiderstand von 2000Ohm, der Ausgangswiderstand einer Röhrenendstufe kann einige Ohm betragen, was starke negative Interaktionen mit dem Lautsprecher bedeutet.
Da hilft auch kein anderes Kabel.
Hier muss die Impedanz des Lautsprechers linearisiert werden.
Das geht meistens mit einer einfachen parallelschaltung eines Saugkreises Außerhalb der Box.
Der Lautsprecher muss dafü,r nicht geönnet werden.
Daher gibt es hierdurch auch keine probleme mit der Garantie.

Der Ausgangswiderstand (Ra) der Quelle bildet zusammen mit der Kabelkapazität (Ck) und der Eingangskapazität (Cp) des Empfängers einen Tiefpaßfilter. fg = 1/(6.28*Ra*Ck+Cp) Beispiel: Ra=2kOhm, Ck+Cp=2nF -> Grenzfrequenz fg ~ 40 kHz.
Oft hat die Quelle einen Ausgangskoppelkondensator und der Empfänger einen Eingangskoppelkondensator (AC-Kopplung).
Die beiden Kondensatoren (Ca, Ce) liegen durch das Signalkabel verbunden in Reihe. Dies bewirkt, daß der resultierende Wert sich verändert.
Die neue Kapazität ist kleiner: Cn = Ca*Ce/(Ca+Ce).
Dies kann u.U. die untere Grenzfrequenz nach oben verschieben (weniger Bass).
Die neue untere Grenzfrequenz bezüglich des Eingangswiderstandes Re beträgt: fg = 1/(6.28*Re*Cn).
Viel schlimmer ist allerdings, das die Qualität (Güte, Verlustwinkel) des resultierenden Kondensators leidet ! (Reihenschaltung: Ca+Rk+Lk+Ce). Dies führt unweigerlich zu Verlusten von Feinzeichnung und Feindynamik. Also möglichst immer DC-DC, DC-AC oder AC-DC verbinden! Bei DC-DC-Kopplung muß natürlich auf Gleichspannungsfreiheit geachtet werden ! Die internen Koppelkondensatoren sind oft von minderwertiger Qualität. Oft wird am Ausgang aus platz- und Kostengründen ein Elko (ca. 10-100 υF) eingesetzt, sowie am Eingang (ca. 0.1-4.7 υF) aus Kostengründen ein preiswerter Folienkondensator (0.15-0.5). Ein hochwertiger Kondensator kostet das Zehnfache!. Hier wird jede Menge Klangpotential verschenkt. Schlechte, stark verlustbehaftete Kondensatoren verändern den Klang in Richtung weich, weniger Deteilreichtum (bei Elkos) oder in Richtung kalt mit überzeichneten und hartem Hochtonbereich (bei einfachen Folienkondensatoren). Nicht zu vernachlässigen sind die geräteinternen Verbindungskabel (z.B. in Lautsprecherboxen). Diese können gegenüber der externen Verkabelung eine entscheidende Rolle spielen. Oft sind diese zusammen länger als die Außenverkabelung, zudem von minderwertiger Qualität, und damit Klangkiller ! Masseausgleichströme: Liegt der Sender und Empfänger auf verschiedenen Massepotential so fließt ein Ausgleichsstrom über das Verbindungskabel.
Dieser Strom mischt sich mit dem Signalstrom (Modulation) und führt zu Klangveränderungen.
Eine häfige Ursache sind unterscheidliche Erdpotentiale zwischen Netzanschluss und Antennenanlage im Haus.
Wenn an Ihrer Anlage Kabel mit anderen Eigenschaften besser oder schlechter klingen,
so kann dies an einer Kompensation gegensätzlicher Eigenschaften liegen.
Mit jeder Fehlerminimierung der Kette wird ein Kabel mit neutraler, detailreicher Wiedergabe aber klangliche Vorteile bringen.

Digitale Ü:bertragungsstrecken:


Hier liegen die probleme etwas anders, da hier Rechtecksignale mit konstanter Amplitude (0.5 V bei S/p-DIF, ca. 3-7 V bei AES/EBU) und Frequenz (5.6 MHz bei CD, 11.2 MHz bei DVD) mit schnellen Flanken (ca. 5-30 ns) übertragen werden müssen zählen hier Eigenschaften wie HF-Bandbreite, niedrige Kapazität, Wellenlaufzeit, gute Abschirmung und Wellenwiderstand (Wurzel (L/C)). Die Bandbreite sollte möglichst hoch sein um das Rechtecksignal nicht zu beeinflussen. Bei HF (Hochfrequenz) muß mit Wellenwiderstandsanpassung gearbeitet werden. Der Quellenausgang, das Kabel mit den Steckern und der Quelleneingang müssen die gleichen Werte aufweisen (bei Digital-Audio 75 bzw. 110 Ohm). Abweichungen können zu Reflexionen und damit zu Intermodulation mit der Folge von phasen-Jitter führen. Versilbertes Kupfer-Koaxkabel, mit massiven oder als Litze (StaCu) ausgeführten Innenleiter und Teflonisolierung haben sich als sehr positiv erwiesen. Auf die Abschirmung darf hier keinesfalls verzichtet werden (CE), da sonst HF bis zu 250MHz (Oberwellen) abgestrahlt werden können. Diese werden von anderen HIFI-Geräten aufgefangen und durch Intermodulation entsteht Klirr ! Die gerne beschriebenen Klangunterschiede von Digitalkabeln sind wohl hauptsächlich auf unterschiedliche Jittereigenschaften zurückzuführen.
Was bei einem Digitalkabel hauptsächlich zu Jitter führt (Fehlanpassung, zu geringe Bandbreite, Gruppenlaufzeitverzerrungen, Speichereffekte durch dielektrische Verluste ..), ist noch weitestgehends unerforscht.
patentrezepte gibt es leider nicht, da hilft auch hier nur ein Hörtest.

Sonstige Klangbeeinflussungen:


In beiden Welten sind die Steckverbinder nicht vernachlässigbar.
Kenngrößen wie Kontaktübergangswiderstand, Grenzschichten durch Materialübergänge (Messing-Nickel-Gold), Lötstellen, Kapazität und Induktivität, sowie ferromagnetische Eigenschaften verändern ebenfalls den Klang. Bei Digitalkabeln kann der nicht nach Wellenwiderstand spezifizierte Cinch-Stecker (<> 75 Ohm) dazu beitragen, das auch ein fehlangepasstes Koaxkabel (z.B. 50Ohm) von Vorteil ist.
Besser sind die in der HF-Meßtechnik üblichen BNC-Steckverbinder, welche sich leider in der Hifi Welt nicht durchgesetzt haben. Warum Kabel aus reinstem Kupfer oder reinem Silber ? Im allgemeinen wird der Effekt vernachlässigt, daß kleinste (überwiegend hochfrequente) Ströme durch Kabelverunreinigungen verloren gehen bzw. beeinflußt werden! Dieser Effekt ist ähnlich den Totzonen bei Halbleitern (Ü:bernahmeverzerrungen bei Endstufen). Verständlich wird dies, wenn man die Größenordnung betrachtet. Bei einer Ü:bertragungsdynamik von 90 dB betragen die kleinsten Ströme bei NF-Kabeln ca. 100 nA und bei Lautsprecherleitungen ca. 100 υA (0.0000001..0.0001 A). Diese Verunreinigungen sind: Oxidation -> Kupfer/Silber-Kristallübergänge, Fremdatome: Sauerstoff, Freie Atome im Isolator-> Diffusionseffekte im Kabel. Die Moleküle von Leiter-Materialien haben eine Kristallstruktur. Der durchfließende Strom muß die Korngrenzen überwinden, was zu verlusten führt. Das gleiche gilt für andere Verunreinigungen. Viele Hersteller verweisen auf eine Laufrichtung ihrer Kabel.
Hierzu möchte ich anmerken das es bisher niemandem gelungen ist, nachzuweisen das sich Quanten in verschiedenen Richtungen unterschiedlich verhalten.
Bis dies jemandem gelingt vertraue ich darauf, das sich Elektronen in beide Richtungen einer Kristallstruktur gleichschnell bewegen.
Zumal dies bei Wechselstrom ohnehin absolut keine Relevanz hat.
Man liest immer wieder davon das Kabel eine Einspielzeit von ca. 30-45 Minuten brauchen um ihre volle Leistungsfähigkeit zu erreichen.
Keine Metallstruktur ändert Ihre elektrischen Eigenschaften sofern diese nicht an Ihrer Grenze der Belastbarkeit betrieben wird.
Bei 1,5mm² liegt diese nach DIN VDE0100 430 bei 3,6 Kilowatt.
Über diese Eigenart sollte sich jeder selber ein Urteil bilden.
Die Inhomogenität der Stromverteilung steigt mit dem Querschnitt des Leiters an. Ursache: Die Elektronen drängen bedingt durch das Eigenmagnetfeld nach außen. Statische Aufladung des Isolators kann ebenfalls zur Klangbeeinflussung führen.

Lautsprecherverdrahtung:

Ob Biwiring (4-adrig) oder konventionell zweiadrig, sollte an der Wiedergabekette getestet werden.
Bei Biwiring wird die Frequenzweiche in zwei Zweige aufgeteilt (Tief-, und Hochton), die bis zum Verstärker getrennt geführt werden.br> Es können so verschiedene Kabeltypen aber mit möglichst gleichen Klangeigenschaften (identisches Design) verwendet werden und der Verstärker sieht quasi über jedes Kabel ein Lautsprecherchassis mit seiner Weiche.
Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht.
Die klaren Vorteile von Biwiring sind:
Da jeder Zweig der Bi-Wiring Leitung durch die angeschlossene Frequenzweiche einen Frequenzabhägigen Lastwiderstand hat reduzieren sich Effekte durch Intermodulation auf dem Kabelweg.

Bei getrennt verlegten Kabeln für Tief- und Hochtonbereich entfallen auch noch die magnetischen Koppeleffekte (magnetisches Ü:bersprechen). Die Kontrolle des Verstärker über den Lautsprecher ist besser (Dämpfung der Selbstinduktion bzw. Gegen-EMK) Bei Biamping wird pro Zweig eine eigene Endstufe benutzt.
Wichtig ist das die Endstufen gleichwertig sind (gleicher Schaltungsaufbau und somit gleiche Signallaufzeit).
Die Leistung für den Hochtonzweig darf aber deutlich geringer sein.
Grund:Die Energieverteilung nimmt stetig mit der Membranauslenkung zu hohen Frequenzen hin ab.
Von 100% zugeführter Leistung beträgt die Verteilung auf die Bereiche: TiefBass (20-70Hz), Bass (70Hz-200Hz), Mittelton (200Hz-3kHz), Hochton (3kHz - >20kHz) etwa 40 / 30 / 20 / 10 %.
Hinweise:

Wird die Biwiring-Möglichkeit nicht genutzt, so können die oft üblichen Metallbrücken durch hochwertige Kabelbrücken ersetzt werden,
da hier oftmals ein besserer Kontakt an guten Steckern eine bessere Verbindung ermöglicht.
Besser ein gutes Kabel ohne Biwiring, als zwei minderwertige Kabel mit Biwiring.
Es ist meist besser Biwiring mit einem Kabel (mit mindestens 4 isolierten Adern) zu realisieren.
Hierbei ist , wie immer eine Aufbau mit geringem Leiterabstand ratsam da Große Leiterabstände zu unnötig hoher Induktivität der Leitung führt.

zu weiteren Infos

Symmetrische oder unsymmetrische Signalübertragung ? Bei symmetrischer Ü:bertragung wird das Signal in Normalphasenlage (+) und parallel dazu ein Signal invertiert (-) übertragen.
Die Masse dient nur der Abschirmung. Jede dieser aus der Studio-Technik stammende XLR-Signalleitungen hat zwei gleiche Innenleiter und eine Abschirmung.
Das Ziel ist eine höhere Störunterdrückung zu erreichen, da diese auf beide Innenleiter gleichmäßig einwirken und sich somit weitestgehendes aufheben.
Weiterhin ist die Gefahr das Massestörungen (Schleifen) auftreten geringer.

Voraussetzung dafür ist allerdings das der Quellen-Ausgang und Empfänger-Eingang jeweils doppelt (symmetrisch) vorhanden sein muß.
Die Güte der Störunterdrückung ist abhängig von der "Gleichheit" dieser Schaltungen. D. H. die Ausgangs- und Eingangs- Impedanz (R + C), Verstärkung, Bandbreite, Laufzeit usw. von positiven und negativen Zweig müssen gleiche Eigenschaften, aber exakt 180 Grad entgegengesetzte phasenlage aufweisen, was zu hohen Frequenzen hin immer schwieriger wird. Nicht symmetrische Eigenschaften wie Rauschen und Klirr und sonstige klangbeeinflussende parameter heben sich leider nicht auf, sondern verdoppeln sich.
Zudem ist der Aufwand und damit der preis höher.
Die Invertierung des Ausgangs wird oft durch eine Verkettung erreicht. Das invertierte Signal durchläuft also zwei Stufen, während das nichtinvertierende nur eine Stufe durchläuft.
Die Qualität (Störunterdrückung) des symmetrischen Eingangs ist abhängig von dessen Differenzverstärkerqualitäten (Gleichtaktunterdrückungsfaktor, Bandbreite) und lässt sich im bei vertretbarem Aufwand meistens nur mit Operationsverstärkern verwirklichen.

Bei der manchmal zu sehenden pseudosymmetrischen Verschaltung eines symmetrischen Kabels mit Cinch-Steckern wird der Schirm nur einseitig angeschlossen (Sackschirm), die beiden identischen Innenleiter werden als Signalleiter und Masse verwendet.
Sinnvoll ist das nur wenn alle Schirmungen an einem Gerät zusammen geführt werden.
Diese Art der Verdrahtung hat sich gegenüber dem koaxialen Aufbau für NF nicht durchgesetzt und ist ausgesprochen selten zu finden.

Vollsymmetrische Signalverarbeitung:



Im o.g. Fall werden die Geräteaus- und Eingänge (meist zusätzlich) symmetriert, während der Rest der Schaltung unsymmetrisch verbleibt.
Bei der vollsymmetrischen Signalverarbeitung wird bei vielen Geräten auch die DA-Wandlung und Verstärkung symmetrisch ausgelegt.
D. h. im DAC bzw.CD-player, im Vorverstärker und in der Endstufe sind jeweils zwei Zweige pro Kanal (invertiert und nichtinvertiert) aufgebaut.
Diese Variante bedutet den doppelten Aufwand an Bauteilen und erhöte Fertigungszeit und ist aus Kostengründen nur sehr selten anzutreffen.

In wie fern sich dieser Aufwand in klanglicher Verbesserung niederschlägt, ist wie immer von einer konsequenten (möglichst fehlerfreien) Umsetzung abhängig und natürlich auch eine Kostenfrage. Besser ein guter asymmetrischer Ausgang als ein aus werbewirksamen Gründen mit billigen Bauteilen verwirklichter pseudo-symmetrischer Ausgang.

EMV Verträglichkeit



Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV, CE)
Eine Grundvoraussetzung der CE-Kennzeichnung ist die als Störaussendung und Störfestigkeit bekannte elektromagnetische Verträglichkeit (EMV).
Durch die CE-Auflagen soll sichergestellt werden das Geräte keine Hochfrequenz-Störungen (Elektromagnetische Wellen) über einen Grenzwert hinaus abstrahlen, die andere Geräte empfangen und beeinflussen können.
Werden Geräte mit Störungen belastet, sollten diese keine Betriebsstörungen bzw. Beeinträchtigungen erfahren.
Störstrahlungsquellen in der Ü:bertragungskette sind digitale Geräte (CD, DVD, DAT, AD/DA-Wandler). Dort wird mit schnellen Rechtecksignalen gearbeitet (bis 22 MHz).
Die Bandbreite dieser Signale ist abhängig von der Steilheit (z.B. von 0V auf 5V in 5 ns)
und kann bis zu 500 MHz betragen.
Digitalverbindungskabel (SpDIF) wirken ohne Abschirmung wie eine Antenne.

Störstrahlungsempfänger sind alle Geräte die dem Feld ausgesetzt sind. Ein Verstärker kann z.B. durch die Anregung mit HF mehr Verzerrungen produzieren, der Arbeitspunkt kann sich ändern und somit können sich Intermodulationseffekte im hörbaren Frequenzbereich ergeben. Ein hundertprozentigen Schutz gegen Einstrahlung gibt es nicht. Noch nicht einmal voll gekapselte Gehäuse und perfekt geschirmte Signal-Kabel helfen.
HF ist immer und überall.

Einen Schutz bieten kann:


Ev. zusätzliche Ferritringe oder Ferritperlen auf den Signal- und Netzleitungen. Die Ferritringe (Klappferrite, Ringferrite) erhöhen die Induktivität der einen Windung des Kabels an der Stelle wo sie eingefügt werden. Diese sorgt für HF-Entkopplung (Dämpfung, HF-Widerstand) ab einigen 10 MHz. Keine Schleifen legen, diese wirken wie Ring- bzw. Rahmenantennen. (Die Induktivität ist proportional der Fläche). Abschirmungen die nur einseitig angeschlossen sind wirken wie Antennen.