Sievers Audio Design

Marlene Top

Kompaktlautsprecher, Bestückt mit einem 13 cm Wavecor Bass.
(sollte urspünglich Sarah genannt werden, die hätte wohl zu Verwirrung geführt.
In der DIY Scene gibt es bereits eine Sarah)

Die Marlene wurde mit verschiedenen Hochtönern getestet.
Zuerst war im Mustergehäuse ein alter Morel MDT30S verbaut, welcher leider nicht mehr neu zu bekommen ist.


Das Gehäuse ist noch in MDF Roh gehalten.
Die Frontplatte war 2-lagig in je 2x12 mm MDF, und somit mehr als ausreichend stabil um dem 13 cm Bass eine gute Basis zu geben.
Die Montageplatte für den Hochton ist mit der hinteren Lage MDF nur verschraubt um ein schnelles auswechseln der verschiedenen Hochtöner
zu ermöglichen.
Da es die Marlene später auch als D'Appolito Variante geben wird ist eine Trennfrequenz bei 2 kHz vorgesehen.
Eine erste Messung des WF146WA05 auf einer breiten Schallwand offenbart das die Herstellerdaten stimmig sind.



Für diese Messung war der LS mit einer 12 dB Weiche bei 3 kHz beschaltet.
Der Abfall zwischen 300 und 1400 Hz lässt sich durch den Bafflestep einer schmaler Schallwand sehr gut ausgleichen.
Der nachfolgende Anstieg sieht auf den ersten Blick zwar dramatisch aus, wird aber schon innerhalb der ersten Oktave
unterhalb der vorgesehenen Trennfrequenz von der Frequenzweiche geglättet.
Es handelt sich gerade einmal um 3,5 dB Anstieg zwischen 1,4 und 2,0 kHz.
Damit war die Entscheidung für eine Schallwandbreite von 20 cm und 2 kHz Trennfrequenz gefallen.

Das resultierende Gehäuse hat die Außenabmessungen 326 x 285 x 202 mm (Höhe x Tiefe x Breite).


Sarah Gehäuseschnitt / .odg Datei

Sarah Front / .odg Datei

Die Frequenzweiche war erstnmal wie folgt:
Im Tieftonzweig sind kleine Änderungen erforderlich, je nachdem welcher Hochtöner es final wird.



Die Weiche im Hochtonzweig ist mit minimalen Änderungen für jeden Hochtöner geeignet welcher die folgenden Eigenschaften einhält:
Normimpedanz 8 Ohm
Gleichstromwiderstand 5,8 - 6,4 Ohm
Eigenresonanz kleiner 1000 Hz
Schwingspuleninduktivität um die 0,05 mH
Kennschalldruck ab 2000 Hz größer 89 dB
Mein Favorit war der Wavecor TW030WA10

Aber der Stand der Dinge ist wie folgt:
Das ist die Simulation in Boxsim, welche schon erstaunlich genau an der Wahrheit liegt.

Der Impedanzverlauf ist mit einem Minimum von 4 Ohm bei 250 Hz absolut unkritisch für jeden Verstärker. Große Ansicht

Messungen der realen Box:

Der Bereich von 300-2000 Hz ist fast perfekt linear, die stark gezackte Kurve entsteht durch die hohe Messauflösung,
und das sieht bei jedem Lautsprecher in der Praxis so wellig aus.


Die nächste Ansicht zeigt die Einzelzweige Bass und Hochton.
Der Hochtöner zeigt zwar eine schöne Flanke ohne Reste der Eigenresonanz bei 650 Hz,
aber der Übergang zum Bass ist noch nicht ganz gelungen.


Und so würde das vermutlich in den Katalogen vieler großer Hersteller mit reduzierter Auflösung aussehen.
Die Simulation weiter oben ließ eine leichte Überhöhung bei 2,5 kHz erwarten.
Genau diese ist in der Praxis nicht da.



jetzt aber zur endgültigen Box.
Variante 1 mit dem TW030WA10 als Hochtöner.

Die Weichenschaltung ist dann wie folgt:

Und daraus resultiert der gemessene Frequenzgang Auf Achse.
Die Überhöng oberhalb von 10 kHz ist beabsichtigt um einen Ausgewogenen Frequenzgang bei 10-20 Grad seitlich zu erhalten.


Das Abstrahlverhalten des Hochtöners ist unter Winkeln oberhalb von 20 Grad deutlich eingeschränkt.
Dies ist in schwach bedäften Rämen durchaus von Vorteil da somit weniger Diffusschall im Hochton erzeugt wird.

Variante 2 mit dem TW22WA05 als Hochtöner.

Die Weiche muss nur in 2 Bauteilen geändert werden um den Übergang zum Bass anzugleichen.


Der Frequenzgang auf Achse ist recht ähnlich, der Unterschied unter 30 Grad Winkel seitlich ist allerdings Eklatant



Der TW22WA05 strahlt oberhalb von 10 kHz sehr viel breiter ab und erzeugt somit mehr Diffusschall.

Die Unterschiede im Mittelton sind sehr gering, beide Versionen sind ausgewogen und bieten eine ausgezeichnete rämliche Abbildung
in breite und Tiefe.
Bei Rock, und elektronischer Musik würde ich den TW030 bevorzugen.
Der ehrlichere Hochtöner ist der TW22WA05.

Hier noch einige Bilder aus der Bauphase:

Als erstes habe ich die Ausschnitte in der Schallwand gefräst, der Fräszirkel ist hierbei eine lohnende Anschaffung.

Da das Gehäuse auch als Testmuster für diverse Hochtöl;ner dienen wird ist die Rückwand geschraubt.
Als Innenrahmen dient ein 16mm MDF Brett mit entsprechndem Ausschnitt um den Rahmen herzustellen.


Der fertige Rohbau.
Um die Front etwas aufzulockern habe ich an den Seiten noch 45 Grad Fasen gefräst.
Dies macht sich auch messtechnisch auch oberhalb von 2 kHz bemerkbar.


Nachdem alle geraden Flächen furniert sind, werden die Chassisausschnitte vom Furnier befreit.
Dies habe ich mit einem Cuttermesser und feinem Schleifpapier erledigt.
Dazu ist eine ruhige Hand und etwas Geduld notwendig.


Nachdem alle Kanten geglättet sind werden die Fasen an der Front furniert.
Um gleichmäßigen Druck auf das Furnier zu bekommen leistet ein Holzrest und eine Lage Wellpappe gute Dienste.
Falls Leim durch das Furnier durgedrückt wird lässt sich der Karton sehr einfach wieder abschleifen.
Innen im Gehäse liefern kleine Dreieckige Holzreste die Auflage für die Spannzwingen.


Zum entfernen des überstehenden Furniers ist eine Cutterklinge das Mittel der Wahl.
Die Klinge wird vorsichtig auf dem Gehäse aufgelegt und dann in Richtung der Holzfasern geschnitten.
Hierbei ist die Richtung wichtig.
Je nach Ausrichtung der Holzfasern wird die Klinge vom Gehäse weg, oder in das Gehäse gezogen.


Wer etwas Geduld aufbringt erreicht auch beim ersten mal ein solches Ergebnis.


Die Terminals sind aus 2 kleinen Resten Alublech auch schnell selber gebaut.